Konfliktlotsen
Damit Kinder und Jugendliche zu autonomen Menschen heranwachsen können, müssen sie lernen, ihre Konflikte so weit wie möglich eigenständig und miteinander, ohne die Erwachsenen, zu lösen. Dieser Lernprozess wird durch die Arbeit der Konfliktlotsen (Kolos) unterstützt, indem sie Schülerinnen und Schüler, die in einen Streit verstrickt sind, zu einer Lösung „lotsen“. Die Kolos übernehmen dabei eine Moderatorenfunktion: Sie sorgen dafür, dass Gesprächsregeln eingehalten werden, fordern die Streitenden auf den Konflikt aus ihrer jeweiligen Sicht zu schildern, versuchen, die Kontrahenten über ihre Gefühle miteinander ins Gespräch zu bringen und erarbeiten mit ihnen eine Lösung, die für beide Streitparteien akzeptabel ist. Oberstes Gebot ist die Freiwilligkeit der Kontrahenten, das heißt, dass Lehrerinnen und Lehrer streitenden Schülerinnen und Schülern den Gang zur Schlichtung zwar empfehlen können und sollen, sie aber nicht verpflichtend hinschicken dürfen. Die Konfliktlotsen stehen in den großen Pausen anderen Schülerinnen und Schülern in Raum 111 zur Verfügung.
Wie arbeiten die Konfliktlotsen?
Wenn zwei Schüler oder Schülerinnen, die einen Streit miteinander haben, zu den Konfliktlotsen gehen, können beide das Problem aus ihrer Sicht erzählen. Der Lotse oder die Lotsin versucht nun in einem Gespräch herauszufinden, wo der Kern des Konflikts liegt und bei den Streitenden gegenseitiges Verständnis füreinander zu erreichen. Dabei spielt die Gefühlsebene der beiden die zentrale Rolle. So sollen zum Beispiel Ärger oder Verletzungen formuliert und vom anderen nachvollzogen werden, damit die gegenseitige Einfühlung möglich wird. Am Ende sollen sie selbst mit Hilfe der Lotsen eine Lösung erarbeiten, mit der beide Parteien zufrieden sind.
Die Lotsen sind neutral und behandeln das Gespräch vertraulich. Auch nach dem Gespräch stehen sie als Ansprechpartner zur Verfügung.
Welche Vorteile bieten die Konfliktlotsen den Streitenden?
In einem freiwilligen Gespräch nach Regeln erarbeiten die Streitenden eigenverantwortlich eine Lösung. Die Konfliktparteien können mit anderen Schülern und Schülerinnen frei über ihre Sorgen und ihren Ärger sprechen, ohne befürchten zu müssen, dass von dem Gesagten etwas an die Öffentlichkeit gelangt. Es gibt keine Strafen, keine Aggressionen und eine Konfliktlösung ohne Verlierer.
Ansprechpartner: Frau Fahrendholz, Frau Drewes, Herr Uhl