Schulinternes Fachcurriculum Philosophie
I. Themen des Unterrichts
Philosophie wird bei uns in den Klassen 5 bis 8 und in der Oberstufe alternativ zu Religion unterrichtet. Es gibt historische und sachliche Überschneidungen beider Fachrichtungen, sodass natürlich auch im Philosophieunterricht religiöse Fragestellungen und die Weltreligionen Gegenstand sind.
Grundsätzlich orientieren sich alle Themenbereiche an den vier Fragen Kants:
1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?
4. Was ist der Mensch?
In der 5. Klasse geht es zum Beispiel um die Funktion und die Bedeutung von Namen, um unsere Sinne und die Wirklichkeit, um Freundschaft, Glück, den Umgang mit Tieren und die Bedeutung des Spielens für Menschen.
In der 6. Klasse stellen wir uns unter anderem die Frage nach Raum und Zeit und klären die Bedeutung der Sprache. Zudem geht es um die Bedeutung der Familie und um den Ursprung der Erde. Ebenfalls wird untersucht, inwiefern der Mensch ein lernendes Wesen ist.
In der 7. Klasse geht es beispielsweise um die Welt- und Selbstwahrnehmung, um Kommunikation und die Bedeutung von Regeln und Moral. Es werden Vorurteile besprochen und der Begriff der Toleranz präzisiert. Welchen Einfluss die Angst auf unser Leben hat oder welche Rolle unser Denken hat, wird auch untersucht.
In Klasse 8 geht es dann unter anderem um die Weltreligionen und um die Klärung, was hinter dem Begriff Ethik steckt und inwiefern Werte und Normen unseren Alltag bestimmen.
In der Sekundarstufe II werden alle Themenbereiche erneut auf einer vertiefenden Ebene behandelt. Dabei kann das Fach auch im Abitur als mündliche Prüfung gewählt werden.
E.1: Einführung in das philosophische Denken (anthropologischer Reflexionsbereich): Worin unterscheiden sich Mensch und Tier? Welches Verhältnis hat der Mensch zur Technik? Weshalb unterscheiden wir zwischen Leib und Seele? Worin besteht der Unterschied zwischen Geist und Gehirn? Wie gelange ich zu einem Bild meiner selbst?
E.2: Ethisches Begründen, Urteilen, Handeln (moralisch-praktischer Reflexionsbereich): Was heißt Freiheit? Warum muss ich mein Handeln begründen? Woran erkenne ich eine gute ethische Theorie? Welche Kriterien oder Prinzipien für gutes Handeln lassen sich festlegen?
Q1.1: Wahrnehmen, Erkennen und Denken (erkenntnistheoretischer Reflexionsbereich): Was ist Wirklichkeit? Wie nehme ich Wirklichkeit wahr? Was ist Wahrheit? Welchen Geltungsanspruch kann die Wissenschaft erheben?
Q1.2: Metaphysisches Fragen und Denken (metaphysischer Reflexionsbereich): Muss oder kann das Universum einen Anfang in der Zeit haben? Was ist der Sinn unseres Lebens? Gibt es Gott? Lässt sich Gott beweisen? Welche Bedeutung hat der Tod für den Menschen?
Q2.1: Staatsphilosophie
Q2.2: variable Themen
II. Überfachliche Kompetenzen
Das Fach Philosophie besitzt die besondere Position zu jeder Zeit eine Reflexion anzustreben. Aus diesem Grund besitzt die Selbstkompetenz eine besondere Bedeutung, da die Schülerinnen und Schüler zu jeder Zeit angehalten werden, den Inhalt des Unterrichts auf ihre eigene Lebenswelt zu beziehen. Durch die Komplexität der Themenbereiche müssen die Schülerinnen und Schüler in der Lage sein, Probleme angemessen zu lösen und unterschiedliche Herangehensweisen zu lernen. Aufgrund der Anzahl an möglichen Lösungswegen müssen die Lernenden in der Lage sein, diese auszuhalten, zu bewerten und konstruktiv mit ihnen umzugehen.
III. Sprachbildung
Da die Philosophie auf eine gewaltige Anzahl an Schriften zurückgreifen kann, werden sehr viele unterschiedliche Texte aus unterschiedlichen Zeiten gelesen. Durch diesen Anspruch erlernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit verschiedenen Ausdrucksweisen und Formulierungen und schulen auf diese Weise ihre Sprachkompetenz. Zudem wird gelehrt, wie man sich schwierigen Texten nähern und diese erschließen kann.
IV. Differenzierung
Im Fach Philosophie werden die Schülerinnen und Schüler durch unterschiedliche Hilfestellungen unterstützt, um eine individuelle Annäherung zu gewährleisten. Die Lernenden arbeiten beispielsweise in kooperativen Gruppen zusammen, erarbeiten gemeinsam Texte und werden Schrittweise an Themen herangeführt.
V. Lehr- und Lernmaterial
Das Fach Philosophie verzichtet auf ausschließlich ein Lehrbuch und greift in der Regel auf Primär- bzw. Sekundärtexte zurück, die unterschiedlichen Lehrwerken entstammen und im Unterricht zumeist als Kopie vorliegen.
VI. Medienkompetenzen
Im Unterricht werden die Schülerinnen und Schüler auch im Umgang mit unterschiedlichen Medien geschult. Dabei geht es nicht nur um kollaborative Verfahren, sondern auch um die Nutzung verschiedener Quellen, deren Verifizierung und Beurteilung. Wir orientieren uns an den vorgegebenen Standards des Landes Schleswig-Holstein:
· K 1: Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren
· K 2: Kommunizieren und Kooperieren
· K 3: Produzieren und Präsentieren
· K 4: Schützen und sicher Agieren
· K 5: Problemlösen und Handeln
· K 6: Analysieren und Reflektieren
VII. Grundlegende Kompetenzen
Im Fach Philosophie werden fünf Kompetenzen angestrebt, die den Unterricht nicht nur strukturieren, sondern maßgeblich für die Erschließung von Inhalten benötigt werden. Diese sind:
- Wahrnehmungskompetenz
- Deutungskompetenz
- Argumentationskompetenz
- Urteilskompetenz
- Darstellungskompetenz
VIII. Leistungsbeurteilung
In der Sekundarstufe I basiert die Beurteilung auf der Unterrichtsbeteiligung. Diese umfasst jegliche Beteiligung im Unterricht, sowie Tests, Referate, Präsentationen und Abgaben. In der Sekundarstufe II basiert die Noten auf den Unterrichtsbeiträgen und der einen Klausur, die pro Halbjahr geschrieben wird.
IX. Überarbeitung und Weiterentwicklung
Das Fachcurriculum wird stetig geprüft und angepasst, sollte eine Überarbeitung notwendig sein.