von Presse AG

Mit dem Ionenantrieb durch die Atmosphäre

Das Gymnasium Trittau mit seinem Schülerforschungszentrum konnte wieder ein paar Erfolge bei der aktuellen Regionalwettbewerbsrunde Jugend forscht verbuchen. Die bearbeiteten Themen waren allesamt zukunftsgewandt zur nachhaltigen Entwicklung. Mit insgesamt 19 Schülern in 10 Gruppen war das Gymnasium Trittau die größte Gruppe beim Wettbewerb an der Technischen Hochschule in Lübeck am 12.2.25.

Leon Sülflohn hat sich mit dem ersten Platz und einem Sonderpreis in der Sparte Physik mit seinem Thema „Ionenantrieb für die kommerzielle Luftfahrt“ profiliert. Dieser Ionenantrieb kommt bereits in der Raumfahrt für weite Reisen von Raumsonden an den Rand unseres Sonnensystems vor. Leon Sülflohn hat aber nunmehr Laborexperimente aufgebaut und gezeigt, dass sich dies eventuell nicht nur für den interstellaren Raum eignen könnte, sondern auch in der irdischen Atmosphäre für den Antrieb bei Flugzeugen oder Drohnen. Der erste Platz ist das Ticket zum Landeswettbewerb, der Ende März in Kiel stattfinden wird.

Leonie Eichelbaum und Luisa Pötzsch haben bahnbrechend an einem Thema Im Fachbereich Chemie gearbeitet, wie man umweltfreundliche Dämmstoffe aus natürlichen Materialien wie Holzspäne mit Hilfe    Gluten, Hefe, Zucker und Wasser zu isolierenden Formstoffen backen kann. Dies ist so neu, dass sich daraus ein Gebrauchsmusterschutz (kleines Patent) ableiten lässt. Verdient haben sich beide mit einem „Sonderpreis für Energiewende und Klimaschutz“. Beide Mädchen haben schon mehrfach erfolgreich an MINT-Wettbewerben teilgenommen und auch gewonnen. Darüber hinaus fand die Redaktion des NDR das Thema so spannend, dass ein Beitrag für das Schleswig-Holstein-Magazin erstellt wurde, gesendet am 14.2.25. Nachzusehen in der Mediathek unter: https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Schaumstoff-aus-Holz-Nachhaltige-Alternative-von-Jugend-forscht,holzschaumstoff108.html

Ebenfalls im Fachbereich Chemie konnten sich Antonia Horn und Jule Westphal mit einem Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe“ qualifizieren. Ihr Thema war die Untersuchung zur Nutzung natürlicher Farbstoffe und deren lichtechter Haltbarkeit aus Pflanzenmaterial wie Rote Bete, Karotte, Tomate, Spinat und viele weitere Gemüse- und Obstsorten. Meist kennt man genau diese Stoffe, wenn man sich beim Essen damit bekleckert. Also nicht kleckern, sondern ordentlich tunken und zwar ganze Stoffproben. In vielen Testreihen erkundeten beide Jungforscherinnen, ob sich diese Farbstoffe damit auch unter UV-Licht halten. Es funktioniert.

Sinan Suntic, Rafael Kretzel und Philipp Oertel haben sich für die heimische Vogelwelt interessiert, nicht unter dem Aspekt „Horch mal, was piept denn da“, sondern welche Vogelart lässt sich mit welchem Futter in ein kamerabestücktes Vogelhäuschen locken. Ordentlich Betrieb im Fligh-in fand statt, als es für die Vogelwelt leckere getrocknete Mehlwurm-Maden gab. Das war der Jury einen Sonderpreis mit dem Abo der Zeitschrift „natur“ wert.

Den zweiten Platz in der Juniorsparte Technik (unter 15) gewannen Max Nachtrab als passioniertem Mitglied der Jugendfeuerwehr und Chris Beckmann mit dem Anzünden von Häusern, allerdings nur im Modellmaßstab. Getestet wurde die Feuerfestigkeit von Fassaden aus Metall, Holz, Gips und Salzteig. Gebäck aus Salzteig zeigte eine sehr gute Feuerfestigkeit, dass die Hexe aus dem Wald mit ihrem Lebkuchenhaus hätte neidisch werden lassen.

Einen 3. Platz in Technik erhielten Thore Selken und Markus Manthey mit Erforschung von Lademöglichkeiten von Handys mithilfe sogenannter Peltier-Elemente, die Wärmeunterschiede in elektrische Energie wandeln können. Ebenso einen 3. Platz belegte Max Nickau mit Bau eines Bootes zur Gewässerreinigung und Entfernung von Müll, gleichfalls in der Sparte Technik. Auch Finnjas Bär und Bogomir Böttcher konnten die Jury in Biologie mit ihren Untersuchungen von Pflanzenwachstum unter natürlicher Lichteinstrahlung und Vergleich mit künstlicher Beleuchtung überzeugen und landeten auf dem dritten Platz.

Zu guter Letzt kann sich das Gymnasium Trittau auch noch über einen Schulpreis MINTSPACE freuen, verbunden mit dem Gewinn eines kleinen Laborgerätes, sowie einem Lehrerpreis für engagierte Talentförderung.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbes fanden, dass dies eine gelungene Veranstaltung war und ein toller Austausch mit anderen Gruppen von anderen Schleswig-Holsteiner Schulen. Der Begleitlehrer Karsten Bittner freut sich mit den Jungforschern über die tollen Ergebnisse und selbstverständlich auch über den Fleiß, den auch die verbliebenen Gruppen, die jetzt keinen Treppchenplatz ergattern konnten, in ihre Arbeiten hineingesteckt hatten.

Das Schülerforschungszentrum am Gymnasium Trittau steht auch anderen Schülerinnen und Schülern im südlichen Kreis von Stormarn und Herzogtum Lauenburg zur Verfügung. Es ist an vier Nachmittagen geöffnet. Es ist kein Kurssystem, sondern einzelne Schülerinnen und Schüler oder Minigruppen können gerne eigene Projekte entwickeln. Alle Naturwissenschaften, Technik, Robotik können erprobt werden, Material und Geräte sind ausreichend vorhanden. Das Schülerforschungszentrum am Gymnasium Trittau ist eine von 14 Schulen im Land, die durch die Joachim-Herz-Stiftung seit einigen Jahren eine gute Förderung genießen kann. Die Betreuungslehrer Karsten Bittner, Dennis Felschow und Lars Püschel freuen sich über motivierte Teilnehmende auch aus anderen Schulen, zu erreichen über sfz@gym-trittau.de. Weitere Informationen kann man auch über sfz-sh.de erhalten.

Text von K. Bittner

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